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Gewohnter Ruf des Unbekannten

 

Die Rückkehr von einer Expedition ist ein ganz besonderes Moment. Reflektieren, rekonstruieren und resümieren ermöglichen eine wiederkehrende Auseinandersetzung mit verfolgten Spuren, mit neuen und weiterführenden Fragen. Dies deshalb, weil die gewohnte Welt herausgefordert und aufgefordert wird, den neuen Erkenntnissen im Alltag Platz einzuräumen, sich dadurch zu bewegen, anders zu positionieren, einen veränderten Standpunkt und dadurch eine neue Sichtweise einzunehmen und möglicherweise auch eine neue Blickrichtung: neue Erkenntnisse, eine neue Sicht auf die Welt, sowohl auf die unbekannte Welt, in welche die Expedition führte, als auch auf die gewohnte Welt, aus deren Existenz Prägungen, Vorstellungen, Meinungen und Haltungen herrühren. Dabei werden die neuen Erkenntnisse wiederum als Spuren sichtbar; als Spuren einer Expedition in unbekannte und unerforschte Gebiete und als Spuren, welche die Expedition an und in den Expeditionist*innen hinterlassen hat.

 

Theaterästhetische Ebene

 

Ausgehend von einer (Zwischen-)Präsentation kann die Reflexion individueller und gemeinsamer Prozesse wiederaufgenommen werden und der über eine Präsentation neu gewonnene Raum kann als verwandeltes unbekanntes Gebiet die gewohnte Welt erweitern. Dabei lässt sich die Denkformel X ist X ist nichtX erneut als befragendes Instrument (in Bezug auf Spielszenen oder ein Verständnis für theatrale Prozesse) einsetzen. Und möglicherweise wird manch ein nichtX als neue Erkenntnis zu einem neuen X. Über das Gestalten und Komponieren hinaus kann im Verhältnis von ich und Welt kontinuierlich das Eigene (X ist X) im Anderen (nicht X) verhandelt und somit eine Differenzerfahrung zwischen der „gewohnten Welt“ und „unbekannten Welt“ begünstigt werden. Diese kann sowohl an Inhalte oder bearbeitete Aussagen als auch an soziale Interaktionen geknüpft sein.

Topografie