«Ästhetische Expeditionen» kombinieren eine inhaltliche Spurensuche mit Spiel- und Gestaltungs- und Darstellungsformen unterschiedlicher Kunstformen und ermöglichen gleichzeitig eine Auseinandersetzung mit der Topografie des praktizierten Bildungsverständnisses. Durch das Format «Expedition», die begleitende Denkfigur «Expeditionistin» und deren «Denkformel» werden möglicherweise gewohnte Denk- und Handlungsweisen in neue Kontexte gestellt. Dabei begegnen und begünstigen sich forschende und künstlerische Prozesse im fächerübergreifenden Modus und eröffnen gleichzeitig ein kontinuierliches Befragen des individuellen Bildungsprozesses. Ästhetische Expeditionen» sind mehr als eine Methode, sie ermöglichen als Formatbeschreibung einen für alle Beteiligen eröffneten ergebnisoffenen und nicht vollständig didaktisierbaren Prozess.

Auf Expedition wird beschrieben, beobachtet, entdeckt, gesammelt, dokumentiert, befragt, experimentiert, konstruiert, installiert, gestaltet, verwandelt, kombiniert, komponiert. Relevant hierfür ist ein lustvoller Entdecker- und Erfindergeist, der das Unplanbare in ergebnisoffener Haltung zur Ausgangslage nimmt und im Sinne eines Anerkennungsverhältnisses subjektorientierte Erfahrungen der Selbstwirksamkeit ermöglicht. «Ästhetische Expeditionen» begünstigen ganzheitliche Bildungsprozesse, welche den «Expeditionist*innen» in Verbindung von forschenden und künstlerischen Verfahrensweisen subjektstärkende Erfahrungen ermöglichen, indem sie sich als Entdeckende, Neugierige, Mutige, Kreierende, Gestaltende oder Erschaffende als aktiv Agierende in ihrer Mit- und Umwelt wahrnehmen können.

Mit den Expeditionselementen können forschende und künstlerische Prozesse initiiert und entworfen und Inhalte in neuen Zusammenhängen gedacht und verhandelt werden. Sie ermöglichen den Beteiligten, unterwegs auf Spurensuche die jeweiligen Elemente mit eigenen Inhalten und Verfahrensweisen zielstufenadäquat auszugestalten. Dabei können diese Elemente sowohl chronologisch als auch in experimenteller Weise in immer wieder neuen Kombinationen und Reihenfolgen versucht und erprobt werden. Die Auswahl und Kombinationen der einzelnen Elemente stehen immer auch im Zusammenhang mit thematischen Vorlieben, zeitlichen Rahmungen oder dem Alter der Spielenden.

Ein Vermittlungsformat von Ursula Ulrich

Topografie